Wofür braucht man einen Betriebsarztservice?

13 Nov
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Die Digitalisierung erfasst viele Bereiche des Gesundheitswesens: Dr. Philipp Schäfer ist Gründer von Betriebsarztservice, einer Praxiskette für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden dabei, gesetzliche Anforderungen einzuhalten und die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern – beim Gespräch vor Ort, am Telefon und per Videochat.

Hier erläutert Philipp Schäfer, welche Anliegen seine Kunden beim Betriebsarztservice.de  besonders beschäftigen.

1. Warum haben Sie das Unternehmen Betriebsarztservice gegründet?

Philipp Schäfer: Ich wusste immer, dass die gesetzlichen Vorgaben des Arbeitsschutz- oder Arbeitssicherheitsgesetzes sehr eindeutig waren, und hatte als Geschäftsführer häufig das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein oder Haftungen nicht ausreichend reduziert zu haben. Wir wollten einen Service schaffen, der klar kalkulierbar, angepasst an die Situation des Unternehmens, transparent in Preisen und Notwendigkeiten und vor allem als Partner ansprechbar ist.

Außerdem sind die Angebote in den Bereichen Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit wichtig, wenn es um Wertschätzung und Bindung von Mitarbeitern geht. Das wird oftmals völlig vergessen. Am Ende geht es doch darum, einen sicheren, zukunftsfähigen Arbeitsplatz zu bieten, an dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen und der ihre Gesundheit langfristig nicht gefährdet – im Idealfall sogar fördert!

2. Wie kann man sich den Arbeitsalltag Ihrer Mitarbeiter/Innen vorstellen?

Philipp Schäfer: Unsere Ärzte bieten z. B. Vorsorgeuntersuchungen und andere Leistungen vor Ort und in den Praxen an, und führen Impfungen, Vorträge und Gesundheitstage durch.

Die Elektroprüfer prüfen vom Ladegerät bis zum Pflegebett die Geräte vor Ort. Dann gibt es noch die sogenannte Digitalzeit, in der die Kollegen per Tablet, Computer oder Handy Mitarbeiter und Geschäftsführung beraten und anhand von Protokollen, Plänen und Grafiken zum Beispiel Fragen zu Pandemie- und Hygieneplänen, Mutterschutz oder Wiedereingliederung beantworten.

3. In welchen Situationen rufen Ihre Kunden an?

Philipp Schäfer: Mitarbeiter kommen häufig mit sehr persönlichen Anliegen auf uns zu. Ein Beispiel ist die werdende Mutter, die sich sorgt, weil der Drucker sie direkt anpustet und sie sich fragt, ob Giftstoffe in der Druckerluft gefährlich sein könnten. In so einem Fall gibt es am selben Tag einen Videochat, in dem der zuständige Betriebsarzt mit der Mitarbeiterin das Datenblatt des Druckers durchgeht, erklärt, welche Stoffe in der Luft sind und ab welchem Abstand die Verwirbelung dafür sorgt, dass sie unbedenklich sind. Das hilft, Ängste zu nehmen.

Wir erstellen auch Flucht- und Rettungswegepläne und bieten Ausbildungen für Sicherheitsbeauftragte und Brandschutzhelfer an. Aber aktuell sind natürlich unsere Angebote zur Covid-19-Testung und zu Grippeimpfungen sehr gefragt.

4. Wie unterscheidet sich Ihr Angebot von einem analogen Betriebsarzt-Service?

Philipp Schäfer: Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit gehen nicht voll digital. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit findet mit echten Menschen vor Ort statt. Sicherheitsingenieure und Fachärztinnen und Fachärzte für Arbeitsmedizin begehen die Unternehmen und erstellen eine gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung, die Basis für weitere Schritte ist. Dies beinhaltet u.a. die Ausbildung einer gesetzeskonformen Anzahl von Brandschutzhelfern, Sicherheitsbeauftragten und Ersthelfern oder die Planung und Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorgen. Wir müssen im wörtlichen Sinne die Räumlichkeiten und Arbeitsweisen in den Unternehmen kennenlernen. Nur so kann eine adäquate Beurteilung der Stäube, Giftstoffe, Beleuchtung, der Muskel- und Gelenkbelastung sowie vieler anderer Faktoren erfolgen. Auch Dienstleistungen wie die Prüfung der elektrischen Betriebsmittel erfolgen von Hand durch zertifizierte Fachleute.

Von anderen Angeboten unterscheidet uns der sinnvolle, Geld und Zeit sparende Einsatz digitaler Optionen. Zu Mutterschutzthemen, Wiedereingliederungskonferenzen oder akuten Anfragen zu Pandemiethemen bekommen Unternehmen im Normalfall am selben Tag eine Videokonferenz mit Fachleuten. Termine können einfach online gebucht werden.

5. Wie beurteilen Sie im Allgemeinen die fortschreitende Digitalisierung in der Medizin?

Philipp Schäfer: Als Arzt bin ich ein großer Freund der Digitalisierung, als Patient aber auch. Ich bin fest der Überzeugung, dass sinnvoll angewendete Digitalisierung für mehr Menschlichkeit in der Medizin sorgt: durch Effizienzsteigerung und Zeitersparnis, aber auch durch die Möglichkeit, Informationen besser verfügbar und verständlich zu machen. Der informierte Patient, der weiß, warum er seine Tabletten nehmen oder seine Diät einhalten sollte, wird eher ein Teil seines Genesungsprozesses werden, als derjenige, der einfach nur seine Tabletten einnimmt, weil der Arzt sie verschrieben hat.

Durch direktere Kommunikation und die Möglichkeit, Informationen wie z B. Aufklärungsgespräche mit Bildern und Erläuterungen z. B. im Videochat - wird nicht nur Dr. Google weniger bedeutsam. Der Patient kann auch von zu Hause aus, mit weniger Stress und Aufwand, seine Fragen loswerden.