Was auch zum Job als Krankenschwester gehört? (Teil 3)

31 Oct
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Jeder möchte etwas von dir, und es ist ja auch unser Job, anderen zu helfen. Und wie durch ein Wunder schaffen wir es. Was Außenstehende oft nicht wissen, ist wie laut es um uns herum ständig ist: Alarme, Gespräche, Schmerzlaute, das Dröhnen der Geräte. Es erfordert jede Menge Konzentration, dies auszublenden und keine Fehler bei der Arbeit zu machen.

Wir kennen die Medikamente und ihre Wirkung, wir wissen welche Nebenwirkungen eintreten, wenn wir ein Medikament geben. Oft haben wir schon die Medikamente vorbereitet, bevor der Arzt die Anordnung gegeben hat, weil wir uns eben auch in der Medizin und mit Krankheitsbildern und ihren Symptomen sehr gut auskennen. 

Trend ist es, auf 10.000 Schritte pro Tag zu kommen – das schaff ich locker! Und in der Notaufnahme sind es noch mal deutlich mehr. Ist es nicht schön, wenn man sich körperlich betätigt? Der Spaß hört schnell auf, wenn du einen übergewichtigen Patienten mobilisieren muss. Da muss dann mehr als nur eine Krankenschwester mithelfen.  

Wer denkt, zu Hause ist dann alles gut, der täuscht sich. Der Nachtdienst hängt dir in den Knochen und teilweise brauchst du etwas länger, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Und wenn Kollegen krank werden, ist man durch den Personalmangel schneller wieder bei der Arbeit, als einem lieb ist.

Mit das Tolle an meiner Arbeit ist, finde ich, dass wir nie auslernen. Die Medizin entwickelt sich ständig weiter und so lasse ich mir neue Dinge erklären und bilde mich in regelmäßigen Fortbildungen weiter. Oft gibt es dafür zumindest ein Danke deiner Vorgesetzten. Aber ich finde, jede Fort- und Weiterbildung sowie ein Studium sollten sich auch deutlich im Gehalt niederspiegeln. So würde man mehr motiviert, weiter zu machen und das Gefühl von Bestätigung und Anerkennung wäre größer.

Pflege ist mehr als nur ein Job

Kurz und knapp zusammengefasst: Wir Pflegenden sind flexibel, legen Nadeln, arbeiten zu jeder Zeit, an Sonntagen und Feiertagen, stehen ständig unter Strom, retten Leben, liefern ab, geben alles für wildfremde Menschen, fühlen mit, bauen auf, passen uns an, studieren, sind dankbar, geben Ratschläge, putzen, sind ausgebrannt, trösten, beobachten, werten aus, dokumentieren, kennen fast alle Krankheiten, denken mit, kombinieren, können uns mehr als fünf Sachen merken, verzichten auf die Pause, trinken Café, machen Medizin, assistieren, nehmen Blut ab, bedienen Computer, Geräte, Maschinen, wir helfen, springen im Dreieck, vollbringen Wunder, arbeiten konzentriert, wissen viel, bilden uns weiter, sind sportlich, kreativ, allzeit bereit und ich könnte noch ewig weiter machen...

Das muss uns erst mal einer nachmachen. An alle Pflegenden in ganz Deutschland, vor allem die Guten Seelen der Normalstation und Altenpflege: DANKE!

Eure Schwester Pia