Vielen Dank an alle Assistenzärzte

04 Oct
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Pünktlich zum 6. Oktober will sich der PKV-Verband bei allen Assistenzärzten herzlich für ihren Einsatz bedanken. Denn der 6. Oktober ist der internationale Tag des Assistenzarztes. Assistenzärztin Laura redet mit uns über ihr Studium und den Berufsstart in einer Berliner Psychiatrie. Im Jahr 2018 waren in Deutschland ca. 392.000 berufstätige Ärzte aktiv. Zählt man die Ärzte hinzu, die zu dem Zeitpunkt nicht berufstätig waren, liegt die Zahl bei ca. 516.000.

 

Jeder weiß: Arzt wird man nicht über Nacht. Viele Jahre des Studiums und zahlreiche Einsätze in der Praxis durchläuft der medizinische Nachwuchs, um schließlich im weißen Kittel für das Wohl der Menschen aber auch für die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Einrichtung zu sorgen. Auf angehende Ärzte kommt zu Beginn der Berufslaufbahn einiges zu: Lange Dienste, wichtige Entscheidungen und Ausnahmesituationen gehören zum beruflichen Alltag. Gleichzeitig ist die medizinische Arbeit mit den Patienten eine wertvolle Profession, die viel zurückgibt.

Am 6. Oktober ist Tag der Assistenzärzte

Ein Assistenzarzt ist ein zugelassener ("approbierter") Arzt, der frisch den akademischen Abschluss in der Tasche hat und über die Erlaubnis verfügt, als Arzt in der Praxis tätig zu werden. Der Weg zum Facharzt kann allerdings bis zu sechs Jahre dauern. Die Dauer richtet sich maßgeblich nach dem medizinischen Fachgebiet. Bis dahin dauert der Status des Assistenzarztes an.

Assistenzärztin Laura im Interview

Bereits im Studium und in den Praxisphasen der wissenschaftlichen Ausbildung bekommen angehende Ärztinnen und Ärzte einen ersten Eindruck vom späteren Berufsleben. Dennoch kann die Arbeit zu Beginn der Berufslaufbahn überwältigend sein und so manche Überraschung bereithalten. Der PKV-Verband freut sich daher, mit Laura über ihren Berufsstart zu reden. Sie ist seit Sommer 2019 Assistenzärztin in einer Berliner Psychiatrie und hat dort schon einiges erlebt.

Was interessiert Dich als Assistenzärztin in einer psychiatrischen Einrichtung an diesem Zweig der Medizin besonders?

Laura: Die Psychiatrie ist ein Bereich der Medizin, der im Studium und bei der interdisziplinären Zusammenarbeit oft untergeht. Er ist aber sehr wichtig. Soziale und gesellschaftliche Aspekte haben oft mehr Gewicht an Gesundheit oder Krankheit, als es bei anderen Fachgebieten der Fall ist.

Du stehst seit sechs Monaten im Beruf. Mit welchem Gefühl gehst Du morgens auf die Arbeit?

Laura: Ich gehe richtig gerne zur Arbeit und freue mich auf mein Team. Wenn ich einen Nachtdienst übernehme, habe ich aber häufig noch ein mulmiges Gefühl. Denn dann verteilen sich die Verantwortungen auf Station auf deutlich weniger Schultern.

Welche Aspekte Deiner Arbeit auf Station begeistern Dich besonders?

Laura: Die gute Teamarbeit, ein Oberarzt, der sich die Zeit nimmt, mir etwas beizubringen, und flexible Arbeitsweisen. Auf psychisch kranke Patienten muss man nämlich oft sehr individuell eingehen.

Worauf sollte sich das Studium Deiner Meinung nach stärker konzentrieren, um angehende Ärzte besser auf die medizinische Arbeit vorzubereiten?

Laura: Die Psychiatrie kommt als Fach im Studium viel zu wenig vor, obwohl zum Beispiel selbst in der Rettungsstelle viele Fälle psychischer Natur sind oder zumindest sehr durch psychische Faktoren beeinflusst sind. Gut finde ich, dass wir Medizinstudenten insgesamt von einem praxisnahem Studium profitieren, also schon so einiges praktisch lernen.

Welche Patientengeschichte hat Dich stark gefordert und welche am meisten fasziniert?

Laura: Die Akutpsychiatrie kann man leider nicht von Gewalt trennen. Daher habe ich schon in wenigen Monaten einige Momente erlebt, in denen ich mich persönlich bedroht gefühlt habe und echt Angst hatte. Faszinierend finde ich einfach viele Krankheitsverläufe, weil zwischen dem Aufnahmebefund und dem Befund bei der Entlassung Welten liegen können.

Wodurch zeichnet sich Deutschland hinsichtlich der psychiatrischen Versorgung aus?

Laura: Ich sehe da Licht und Schatten. Einerseits gibt es aus meiner Sicht zu wenig wohnortnahe, flexible und unbürokratische ambulante Hilfen, sodass viele Patienten eine stationäre Behandlung benötigen. Andererseits kann der Bedarf immerhin stationär aufgefangen werden. Das ist gut so, denn die Behandlung akut psychisch kranker Patienten ist sehr aufwendig und benötigt ausreichend gut geschultes Personal.

Wofür bist Du mit Blick auf Dein Studium und Deine jetzige Arbeit dankbar?

Laura: Ich bin einfach dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, Medizin zu studieren. Es ist ein total interessantes Fach, welches viele unterschiedliche berufliche Möglichkeiten in sich birgt.

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