PKV-Freiwilligendienst: Ein Lächeln ist der schönste Dank

24 Apr
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Normalerweise prüfen sie die pflegerische Qualität von Pflegeeinrichtungen: Die Qualitätsprüferinnen und Qualitätsprüfer des Prüfdienstes der PKV. Doch in Zeiten von Corona ist vieles anders. Da derzeit keine Prüfungen stattfinden, helfen viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Prüfdienstes freiwillig in Pflegeeinrichtungen aber auch Gesundheitsämtern oder Krankenhäusern. So auch Anne-Sophie Weckmann.

Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte Anne-Sophie Weckmann ein Studium für Pflege- und Gesundheitsmanagement. Seit fünf Jahren arbeitet die Qualitätsprüferin aus Oberbayern beim Prüfdienst des PKV-Verbandes. Frau Weckmann gehörte zu den ersten Qualitätsprüferinnen, die sich für den freiwilligen Einsatz meldete, um Pflegeeinrichtungen während der Corona-Krise zu unterstützen.

Sie unterstützen freiwillig eine Einrichtung der Altenhilfe. Wie kam es dazu?

Anne-Sophie Weckmann: Ich habe mich zunächst privat informiert, wo ich helfen kann. Ich bin dann auf eigene Initiative auf verschiedene Einrichtungen zugegangen. So habe ich kurzzeitig ehrenamtlich an einer Patientenschleuse einer klinischen Einrichtung mitgeholfen. Eine Woche später ermöglichte der PKV-Verband den freiwilligen Einsatz im Rahmen meines Beschäftigungsverhältnisses. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits Kontakt zu einer stationären Pflegeeinrichtung und einem ambulanten Pflegedienst. Der Pflegedienst benötigte keine Unterstützung, die stationäre Einrichtung hingegen schon. Ich teilte daraufhin meinem Vorgesetzten mit, dass ich gern in der stationären Pflegeeinrichtung helfen wolle. Innerhalb eines Tages genehmigte der Verband den Einsatz, so ich umgehend mit meiner freiwilligen Arbeit in der Pflegeeinrichtung beginnen konnte.

Durch Corona hat sich vieles geändert. Es finden aktuell keine Qualitätsprüfungen statt. Wie sieht Ihre Arbeitswoche aus?

Anne-Sophie Weckmann: Ich arbeite drei volle Tage in der Einrichtung. Zwei Tage arbeite ich im Homeoffice. Dann widme ich mich den Aufgaben, die für uns Qualitätsprüfer des Prüfdienstes anfallen – ich werte zum Beispiel Ergebnisse vergangener Qualitätsprüfungen und arbeite in einer Arbeitsgruppe mit Kollegen an dem Thema Psychiatrische Krankheitsbilder im Alter aus.

Was ist Ihre Aufgabe in der Pflegeeinrichtung?

Anne-Sophie Weckmann: Rund 70 Prozent meiner Zeit führe ich Gespräche mit den Pflegebedürftigen. Ich biete sozusagen psychosoziale Unterstützung an – spreche mit den Menschen über ihre Ängste und Sorgen. Die Pflegebedürftigen sind besonders stark von den Kontaktbeschränkungen betroffen: Sie können keinen Besuch von ihren Liebsten in der Pflegeeinrichtung empfangen. Dies geht nur vom Balkon aus über einen ausreichende Entfernung und nach vorheriger Absprache. Auch fehlt ihnen der Kontakt zu den anderen Bewohnern.

… und die restlichen 30 Prozent?

Anne-Sophie Weckmann: Ich berate und unterstütze die Einrichtungsleitung und die Pflegekräfte bei den unterschiedlichsten Fragen. Die aktuelle Situation ist für alle neu. Und es tauchen viele Fragestellungen auf. Wie sichern wir zum Beispiel die pflegerische Versorgung, wenn in der Einrichtung ein positiv getesteter Corona-Fall auftritt? Welche pflegerischen Aufgaben sind wichtiger als andere in einer Ausnahmesituation? Wie organisieren wir die Schichtpläne? Ich pflege auch den Kontakt zu anderen medizinischen Einrichtungen, wenn unsere Pflegeeinrichtung Unterstützung benötigt.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Anne-Sophie Weckmann: Für mich ist die Arbeit sehr sinnbehaftet. Es bereitet mir wirklich eine große Freude, wenn ich den Menschen ein Lächeln schenke und dieses erwidert wird. Viele Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sind sehr tiefgehend. Es ist sehr schön zu merken, dass sie dankbar sind, wenn sie jemanden haben, der für sie da ist und mit dem sie sich unterhalten können.

Kennst auch Du jemanden im Gesundheitswesen, dem Du Danke sagen möchtest? Schreib uns seine bzw. ihre Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de.