Pflegeberatung: Was sich mit Corona verändert hat (und was nicht)

19 Jun
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Auch in Zeiten von Corona suchen Pflegebedürftige und pflegende Angehörige Rat zu allerlei Fragen und Anliegen rund um das Thema Pflege. Die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der compass private pflegeberatung, einem Tochterunternehmen des PKV-Verbandes, stehen Ratsuchenden weiterhin zur Seite, allerdings hat sich seit der Ausbreitung von Covid-19 einiges geändert.

Stephan Labonté ist Teamleiter der telefonischen Pflegeberatung in der compass-Firmenzentrale in Köln. Zur aktuellen Lage hat er uns Rede und Antwort gestanden, und uns erklärt, welche Neuerungen und Herausforderungen die Pandemie für Pflegeberatung und Ratsuchende mit sich gebracht hat.

Was hat sich mit der Corona-Pandemie in der Pflegeberatung geändert?

Stephan Labonté: Zum Schutz aller Beteiligten kann die Beratung aktuell nicht persönlich bei den Ratsuchenden zuhause stattfinden. Stattdessen finden seit Mitte März vorerst bis zum 30. Juni 2020 alle Beratungsgespräche telefonisch statt. Die Ratsuchenden haben allerdings weiterhin Kontakt zu Pflegeberaterinnen und Pflegeberatern, die in Ihrer Region ansässig und vernetzt sind, und somit über die örtliche Versorgungslage Bescheid wissen. Fragen zu Themen, die mit der Corona-Pandemie zusammenhängen, werden immer öfter angesprochen, insgesamt kommen aber bei der überwiegenden Mehrheit der Beratungen die gleichen Thematiken zur Sprache, die unsere Klientinnen und Klienten auch in ruhigeren Zeiten beschäftigen.

Welche Problematiken sind bei der Arbeit mir Ratsuchenden auf Sie zugekommen?

Stephan Labonté: Zu Anfang der Krise war es sehr schwer, verbindliche Aussagen zu machen und gesicherte Informationen weiterzugeben, da die gesetzliche Lage erst geklärt werden musste. Mittlerweile ist aber schon das zweite Covid-19-Gesetz in Kraft getreten, hier hat sich die Lage also entspannt. Häufig wenden sich Angehörige an uns, die durch die Veränderungen verstärkt Rat suchen, wie sie die Pflege neu organisieren können.

Corona bedeutet für viele Menschen große Veränderungen in ihrem alltäglichen Leben. Welche Fragen beschäftigen ihre Klientinnen und Klienten und wie können sie helfen?

Stephan Labonté: Viele Ratsuchende sorgen sich um mögliche Engpässe ihrer Versorgung oder der Ihrer Familienmitglieder. Das ist verständlich, denn so etwas kann ein existentielles Problem für sie darstellen. Daher unterstützen wir unsere Klientinnen und Klienten dabei, zumindest eine Grundversorgung zu organisieren. Pflegeberaterinnen und Pflegeberater, die in der Region der pflegebedürftigen Person ansässig sind, suchen mit viel Einsatz nach Dienstleistern mit freien Kapazitäten und kennen Leistungen und Angebote, die weiterhin verfügbar sind.

Was bedeutet die aktuelle Lage für pflegende Angehörige?

Stephan Labonté: Die Pflege eines anderen Menschen bedeutet fast immer ein hohes Maß an Stress für pflegende Angehörige. In den bewegten Corona-Zeiten kommt durch Gesundheitssorgen und womöglich wegfallende Dienstleistungen und Angebote eine erhebliche Zusatzbelastung auf pflegende Angehörige zu. Auch hier beraten wir und können oft nützliche Hinweise zu Entlastungs- und Unterstützungsangeboten geben.

Kennst auch Du jemanden im Gesundheitswesen, dem Du Danke sagen möchtest? Schreib uns seine bzw. ihre Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de.