Online-Videosprechstunden zum Coronavirus

20 Mar
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Anfang Januar wurde das Coronavirus erstmals als Ursache für Lungenerkrankungen in China identifiziert. Inzwischen hat es sich zu einer globalen Pandemie entwickelt – und je weiter es sich ausbreitet, desto mehr nehmen auch die Ängste der Menschen zu. Wer Symptome hat, muss sich nicht ins Wartezimmer seines Hausarztes setzen.

Um nicht schlimmstenfalls andere anzustecken, kann das Bürgertelefon oder das Gesundheitsamt kontaktiert werden. Um die Arztpraxen vor Ort zu entlasten und Menschen vor unnötiger Ansteckungsgefahr zu bewahren, bieten mittlerweile auch mehrere Gesundheitsdienstleister kostenlose Online-Videosprechstunden an.

Fachärzte helfen per Online-Videosprechstunde oder per Telefon, Symptome einzuordnen und die Risiken zu ermitteln. Als Beitrag zur Bekämpfung des Coronavirus übernehmen die Anbieter die Kosten für das Online-Arztgespräch selbst.

TeleClinic war bislang vor allem im Bereich der Privaten Krankenversicherung mit Online-Videosprechstunden vertreten. Im Kampf gegen das Coronavirus bietet das Münchner Unternehmen nun kostenlose Online-Videogespräch mit Ärzten und Menschen, die aufgrund ihrer Symptome eine Coronavirus-Infizierung vermuten. Um einen "Termin" auszumachen, kannst Du Dich kostenlos registrieren – im Webbrowser oder über die App. Bei TeleClinic musst Du zunächst ein paar Fragen über Deine Gesundheit beantworten und wählst dann aus, ob Du den Arzt um ein Rezept, eine Krankschreibung oder etwas Anderes bitten möchtest. Zum vereinbarten Zeitraum meldet sich ein Arzt via Telefon oder Video-Gespräch bei Dir.

Der Essener Dienstleister Deutsche Arzt AG stellt für die Dauer der Coronavirus-Krise ebenso kostenlose Online-Sprechstunden zur Verfügung. "Wir möchten einen aktiven Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus mit allen Mitteln zu verhindern," sagte der Vorstandschef Jochen Roeser der "Neuen Ruhr Zeitung". Für die "Online Sprechstunde" von der Deutschen Arzt AG registrierst Du Dich auf der Webseite www.sprechstunde.online und wählst im Anmeldeformular unter „Krankheiten“ den Eintrag Coronavirus (Covid-19) aus.

Damit dies überhaupt möglich ist, hat die Ärzteschaft ihr Berufsrecht aufgrund der veränderten Verhältnisse flexibler gestaltet. Zwar dürfen nach der ärztlichen Berufsordnung schon seit 2017 Arzt und Patient in bestimmten Fällen über elektronische Kommunikationsmedien in Kontakt treten, etwa im Rahmen der Verlaufskontrolle bei Diabetes oder Herzkrankheiten. Dazu musste der Patient jedoch zuvor vom Arzt persönlich begutachtet worden sein. Erstdiagnosen per Telefon oder Videochat wie auch telefonische Erstberatungen sind erst nach der Lockerung des Fernbehandlungsverbotes in vielen Bundesländern im Einzelfall erlaubt. Mehr dazu findest Du hier.

Viele Menschen in Deutschland stehen digitalen Gesundheitsdiensten offen gegenüber. So begrüßen vor allem junge Leute Angebote wie elektronische Rezepte und Krankschreibungen oder Gesundheits-Apps. Ältere Bürger ab 55 Jahren können sich laut einer Studie des PwC-Verbundes mit elektronischen Diensten dagegen weniger anfreunden – auch aus Angst vor Datenmissbrauch. Die Coronavirus-Krise könnte unter Umständen diesbezüglich zu einem Bewusstseinswandel führen: Gerade durch die Ansteckungsgefahr in vollen Wartezimmern schützen Online-Videosprechstunden nicht nur jeden Patienten selbst, sondern bewahren auch andere vor einer Infektion mit dem Virus.

Weitere kostenfreie Anbieter

"Die Videosprechstunde kann die Verbreitung des Virus verlangsamen und schützt andere Patient*innen – insbesondere chronisch und ernsthaft Erkrankte – und das medizinische Personal vor einem unnötigen Infektionsrisiko", schreibt der digitale Think Tank des Bundesgesundheitsministeriums. Der sogenannte "Health Innovation Hub" hat daher auf seiner Webseite eine Liste mit Anbietern zusammengestellt, die u.a. aufgrund der Coronavirus-Krise kostenlose Online-Sprechstunden anbieten.

Kennst auch Du jemanden im Gesundheitswesen, dem Du Danke sagen möchtest? Schreib uns seine Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de.