Mitmach-Projekt „Liebesleben“: HIV- und STI-Prävention an Schulen

21 Aug
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Wie ermittelt man die richtige Größe eines Kondoms? Was sind eigentlich Chlamydien? Wie viel gebe ich in Chats mit Unbekannten von mir preis? Jugendliche haben viele Fragen, wenn es um Sexualität, sexuell übertragbare Infektionen und um sexuelle Selbstbestimmung geht.

Hier setzt „Liebesleben – Das Mitmach-Projekt“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) an, das der PKV-Verband finanziell unterstützt. Übergeordnete Ziele sind die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) sowie die Förderung der sexuellen Gesundheit.

Seit Februar 2020 finden die Veranstaltungen an weiterführenden Schulen im gesamten Bundesgebiet statt. Während der Einsätze soll nicht nur vielfältiges Wissen vermittelt werden – sondern es geht auch darum, Denkmuster und Sprachbarrieren der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufzubrechen. Die Lehrkräfte bekommen außerdem einen Materialkoffer an die Hand, der die Methoden und Instrumente der großen Liebesleben-Module – Spiele und Diskussionskarten etwa – in kompakter Form enthält.

Im Mittelpunkt des Liebesleben-Parcours stehen die Themenfelder Schutz und Safer Sex, Freundschaft und Beziehung, Körper und Gefühle, HIV und andere STI, Sexualität und Medien sowie Vielfalt und Respekt. Anhand von Modellen, Übungen, Rollenspielen und Diskussionen setzen sich die Jugendlichen – teils humorvoll – mit Wissen und Wahrnehmung, Klischees und Vorurteilen auseinander. So manches ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits vertraut: „Die Krankheit Aids etwa ist fast allen ein Begriff“, erläutert Sebastian Schardt vom Moderationsteam der BZgA: „Mehr Handlungskompetenzen zum HI-Virus sind hingegen nur begrenzt vorhanden. Und vor allem das Wissen zu anderen STI wie Syphilis, Chlamydien oder Gonorrhö ist meist sehr gering.“

Rege Beteiligung an der Kondomschule

Mitmach-Projekt nimmt man bei „Liebesleben“ wörtlich: „Wenn wir an unsere Kondomschule gehen, gibt es immer eine rege Beteiligung“, berichtet Sebastian Schardt. Hier üben die Schülerinnen und Schüler an Penis-Modellen, Kondome richtig überzuziehen – und erfahren zum Beispiel auch, wie diese reißen können. „Die Experimente sorgen oft für einen großen Aha-Effekt.“ In anderen Bereichen des Parcours geht es deutlich ruhiger zu. Im Themenfeld Sexualität und Medien spielen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel Arten der On- und Offline-Kommunikation nach. „Manchmal berichtet eine Person von Chats, die sie oder er selbst mit anderen geführt hat“, sagt Sebastian Schardt. Dann merken die Moderierenden, dass sie – wie es ihre Absicht ist – die Schülerinnen und Schüler in ihrer Lebenswelt abholen und sie zum Nachdenken anregen.

Die Veranstaltung mit den Schülerinnen und Schülern ist nur ein Baustein von „Liebesleben – Das Mitmach-Projekt“. Dazu gehören außerdem ein vorbereitendes Planungstreffen von BZgA-Team und Schule, eine Lehr- und Fachkräftefortbildung am Tag vor der Schülerveranstaltung und ein Verstetigungs-Workshop etwa drei Monate später. Dieses Gesamtpaket soll dafür sorgen, dass die Themen rund um die sexuelle Gesundheitsförderung in der Schule nachhaltig und langfristig präsent bleiben – ob im Unterricht, an speziellen Projekttagen oder als eigenständiger Parcours in Miniaturform.

Mehr Informationen rund um Liebe, Sex und Schutz sowie zum Mitmach-Projekt gibt es hier: www.liebesleben.de

Mehr Eindrücke vom Mitmach-Projekt „Liebesleben“ zeigt dieser Film.

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