Lisas Leben mit Diabetes Typ 1

08 Nov
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Als Lisa 10 Jahre alt war, bekam sie die Diagnose Diabetes Typ 1. In der Familie ist sie damit nicht allein. Ihr Bruder erhielt die gleiche Diagnose als Lisa noch gar nicht auf der Welt war. Um anderen zu helfen, schreibt Lisa heute auf ihrem Blog über ihre Erfahrungen.

Lisa und ihre Familie waren sehr sensibel gegenüber den Anzeichen der Stoffwechselerkrankung. „Anfangs hatte ich absolut keine Probleme mit dieser neuen Aufgabe. Die Probleme kamen mit der Pubertät.“, erzählt Lisa. Denn durch die Hormone und eine schlechte Diabeteseinstellung nahm sie stark an Gewicht zu. Für Lisa begann damit eine turbulente Zeit, geprägt durch Krisen, negative Gedanken und durch große Unzufriedenheit. Ließ hier, wie sich für sie das Blatt schließlich wendete.

Tiefpunkt: Koma

Bevor Lisa ihren Diabetes akzeptiert und ihr Leben entsprechend umgestaltet hat, durchlebten sie und ihre Familie schwierige Phasen und wahre Schreckensmomente. Wie kam es dazu? Mit der Pubertät wurde die Krankheit komplexer und forderte entsprechende Aufmerksamkeit. Mit Wut und Ignoranz begegnete Lisa nach eigenen Angaben den Auswirkungen des Diabetes, bis es schließlich fast zu spät war. „Am Ende rutschte ich in die Diabulimie und landete im ketoazidotischen Koma.“, erinnert sich Lisa.

Diabulimie: Essstörung bei Diabetes

Diabulimie beschreibt einen gefährlichen Trend, der vor allem unter Frauen um die 20 mit Diabetes Typ 1 zu verzeichnen ist. Dabei handelt es sich um eine Essstörung, bei der Verlust sowie Kontrolle vom eigenen Körpergewicht im Mittelpunkt stehen. Dabei spielt die Diabetes-Erkrankung eine übergeordnete Rolle, denn Mittel zum Zweck sind gewollt unregelmäßige Insulininjektionen oder auch das gezielte Weglassen der Injektionen. Auf diese Weise wird versucht Pfunde schnell schmelzen zu lassen. Dieses Spiel mit dem Feuer kann, wie in Lisas Fall, auf der Intensivstation enden. Sie selbst fiel aufgrund eines starken Insulinmangels ins sogenannte ketoazidotische Koma. Nach Tagen im Krankenhaus änderte sich für Lisa einiges. „Fast zwei Wochen lang lag ich auf der Intensivstation und erkannte endlich, dass es so nicht weitergehen kann. Seitdem arbeite ich daran, meinen Diabetes wieder aktiv in mein Leben einzubinden.“

Lisa hatte früher sogar Angst vor ihren Diabetologen, weil sie ihr immer wieder „nur Vorwürfe” gemacht haben. Heute ist sie froh eine Diabetologin, Frau Regina Winkelmann, gefunden zu haben, die ihr nicht unterstellt, dass es nicht klappt, weil sie nicht wolle und immer ein offenes Ohr für Lisa hat.

Über ihr Leben mit Diabetes, über die Erfahrungen und Risiken der Diabulimie sowie über alle relevanten Fachbegriffe schreibt Lisa auf ihrem Blog www.lisabetes.de. Dort möchte sie informieren, den Austausch anregen, Mut und Hoffnung teilen. Lisa möchte zudem verdeutlichen, dass Diabetes hierzulande nicht automatisch Einschränkung bedeutet, sondern auch zu einem schönen und vielseitigen Leben einlädt. Der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist dieser Blog bekannt und sie legt ihn allen Betroffenen sowie Interessierten ans Herz.