Kinderhospiz: Arbeit mit Herzblut

07 Feb
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Familien mit unheilbar erkrankten Kindern versetzen Berge. Aber auch ihre Kraft ist endlich. Deshalb entlasten Kinderhospize ihren Alltag. Zum Aktionstag "Tag der Kinderhospizarbeit" am 10. Februar möchte der Deutsche Kinderhospizverein Menschen auf die Kinderhospizarbeit aufmerksam machen.

50.000 Kinder sind unheilbar erkrankt

Viele der 50.000 in Deutschland lebenden Kinder mit einer verkürzten Lebenserwartung werden mit ihren Familien von ambulanten Kinderhospizdiensten oder in stationären Kinderhospizen begleitet. 575 von ihnen unterstützt der Deutsche Kinderhospizverein direkt über seine vereinseigenen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste.

Im Deutschen Kinderhospizverein arbeiten rund 1.000 durch ihn ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, viele bereits seit mehr als 10 Jahren. Ihr Einsatzfeld ist groß: in Kinder- und Jugendhospizdiensten in der direkten Begleitung der Familien im häuslichen Umfeld oder in der Deutschen Kinderhospizakademie. Die Deutsche Kinderhospizakademie führte 2019 insgesamt 47 Seminare durch. Davon waren unter anderem 13 Fortbildungsseminare für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, 21 für erkrankte Kinder und ihre Familien sowie zwei philosophische Cafés für Interessierte. Bei den Veranstaltungen für Erkrankte rückt der medizinische Aspekt eher in den Hintergrund. Hier steht im Fokus, dass ehrenamtliche Mitarbeiter*innen die Kinder und Jugendlichen begleiten und ihnen Geborgenheit und Zuwendung schenken. Häufig entwickelt sich dabei ein besonderes Verhältnis zwischen den Kindern und ihren Begleiter*innen.

Kinderhospizarbeit: Motivation und Sinn

Die Motivation der Menschen, die sich ehrenamtlich in einem Kinderhospiz zu engagieren, ist sehr vielfältig. Alexandra Funfack wurde durch eine rumänische Pflegekraft inspiriert, die ihren Vater gepflegt hat. Nach seinem Tod wollte sie anderen Menschen helfen und bewarb sich beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main. Besondere Freude bereitet ihr der persönliche Kontakt zu den Familien, für sie da zu sein und ihnen Zeit zu schenken.

"Ein Ehrenamt zu übernehmen ist nicht nur eine Ehre, sondern für viele wird es auch Teil eines Lebensabschnittes. Sich für eine so wichtige Sache und wichtige Aufgabe wie die Kinder- und Jugendhospizarbeit einzusetzen, das gibt etwas sehr Wertvolles, nämlich Sinn", sagt Geschäftsführer Martin Gierse anlässlich des Tages der Kinderhospizarbeit.

Das kann auch Wolfgang Brünker bestätigen.

In den letzten Jahren seiner Berufstätigkeit war er vielfach sozial engagiert, als Schwerbehindertenvertreter, Suchtbeauftragter und Ersthelfer, suchte aber für seinen Ruhestand eine neue Tätigkeit. Zufällig erfuhr er vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Düsseldorf und bewarb sich zwei Tage später als ehrenamtlicher Mitarbeiter. Die "erste Begleitung" dauerte ein knappes Jahr. In der Regel begleitet ein ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Familie bzw. ein Kind. "Heute noch bewundere ich die Mama für ihre Entscheidungen: Im August Kommunion und im Oktober Weihnachten zu feiern. Sohn und Mama ahnten es - im Dezember starb der junge Mann. Die zweite Begleitung war nur kurz. Die Mama wollte bei ihrem Sohn bleiben und ich erledigte für sie Fahrten und Besorgungen.", erzählt Wolfgang Brünker. Hospizarbeit verbindet: Auch nach vielen Jahren verbindet ihn mit beiden Müttern eine enge Freundschaft. Sie treffen sich jedes Jahr zum Geburtstag und zum Sterbetag.

Aufgaben eines ehrenamtlichen Mitarbeiters

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen des Deutschen Kinderhospizvereins sind Gesprächspartner*innen für Eltern, Geschwister und die Kinder. Sie hören zu, gehen mit den Kindern spazieren oder spielen mit ihnen. Ab der Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung können Familien kostenfrei die Begleitung in Anspruch nehmen. Oftmals über viele Jahren hinweg begleiten die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen die Familien im häuslichen Umfeld, meist ein bis zweimal die Woche für einige Stunden.

Voraussetzungen für die Kinderhospizarbeit

Es bedarf keiner Vorqualifikationen, um in der Kinderhospizarbeit ehrenamtlich aktiv zu werden. Der Deutsche Kinderhospizverein bildet die Freiwilligen in einem rund 120 Stunden dauernden qualifizierten Vorbereitungskurs auf ihren Einsatz in den Familien aus. Zusätzlich bietet der Verein ihnen während ihres Ehrenamtes stets die Möglichkeit von Weiterbildungen und Supervision.

Wie Du Dich bewerben könntest

In Deutschland gibt es derzeit rund 139 ambulante Kinderhospize sowie 17 stationäre Hospize für Kinder und Jugendliche. Menschen, die an einem Ehrenamt in einem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst des Deutschen Kinderhospizvereins interessiert sind, wenden sich am besten direkt an den entsprechenden Dienst. Unter www.deutscher-kinderhospizverein.de sind alle Dienste mit den entsprechenden Kontaktdaten aufgeführt. Personen, die gerne Angebote der Deutschen Kinderhospizakademie besuchen möchten, finden alle Informationen hier.

Kennst auch Du jemanden im Gesundheitswesen, dem Du Danke sagen möchtest? Schreib uns seine Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de.