Hepatitis C: Eine Krankheit verliert ihren Schrecken

02 Aug
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„Ich habe die Geschichte der Hepatitis C über fast zwei Jahrzehnte mitverfolgt und tausende Gespräche mit Betroffenen geführt. Ich bin dankbar, dass ich miterleben durfte, wie die Diagnose Hepatitis C endlich ihren Schrecken verlor“, erzählt Ingo van Thiel. Er ist Redakteur und Berater bei der Deutschen Leberhilfe e. V. — einer bundesweit aktiven Patientenorganisation.

„Ich habe die Geschichte der Hepatitis C über fast zwei Jahrzehnte mitverfolgt und tausende Gespräche mit Betroffenen geführt. Ich bin dankbar, dass ich miterleben durfte, wie die Diagnose Hepatitis C endlich ihren Schrecken verlor“, erzählt Ingo van Thiel. Er ist Redakteur und Berater bei der Deutschen Leberhilfe e. V. — einer bundesweit aktiven Patientenorganisation. In enger Zusammenarbeit mit Fachärzten trägt der Verein Informationen zur Aufklärung, Vorbeugung und Behandlung von Leberkrankheiten in die Gesellschaft. Denn: Rechtzeitig erkannt, sind Lebererkrankungen gut behandelbar.

Hepatitis: Unscheinbare Infektionen mit schweren Folgen

Hepatitis ist eine solche Leberkrankheit. Die Leberentzündung wird in der Regel durch Viren ausgelöst. Man unterscheidet dabei zwischen Hepatitis A, B, C, D und E-mit großen Unterschieden hinsichtlich Ansteckungsgefahr, Verlauf, Behandlung und Heilungschancen. Für alle Hepatitis-Typen gilt aber: Unbehandelt können die Viren zu Leberzirrhose, Leberkrebs und schließlich Leberversagen führen. Daher ist es umso wichtiger, die frühen Anzeichen einer Infektion zu kennen.

Von Seiten der Deutschen Leberhilfe e. V. heißt es dazu: „Viele Hepatitis-Infektionen spürt und sieht man nicht. Nur wenige Menschen bekommen eine typische „Gelbsucht“ mit gelber Haut oder gelben Augen. Symptome wie z. B. Müdigkeit, dunkler Urin oder Druckgefühl im Oberbauch sind oft so unspezifisch, dass auch andere Ursachen dahinterstecken können". Bei solchen Anzeichen kann eine Untersuchung der Leberwerte mehr Klarheit verschaffen und Hinweise auf die Existenz von Hepatitis-Viren im Körper geben. Ihre Leberwerte können Sie unkompliziert bei Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung schützt nachweisbar vor schweren Krankheitsverläufen. „In Deutschland ist die Zahl der Patienten, die mit einer Virushepatitis vollstationär behandelt wurden, seit 2000 drastisch gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) [...] mitteilte, wurden im Jahr 2017 insgesamt 3.860 solcher Klinik-Patienten gezählt. 2000 waren es noch 17.029 Fälle gewesen.", schrieb die Deutsche Ärzte Zeitung am 23.07.2019.

Mittlerweile fast immer heilbar: Hepatitis C

In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Hepatitis-Forschung viel getan. Ingo van Thiel erinnert sich: „Noch vor wenigen Jahren war die Diagnose von Hepatitis C ein lebensüberschattender Einschnitt, und Heilversuche waren von schweren Nebenwirkungen und ungewissen Aussichten begleitet. Heute kann man fast jedem Betroffenen sagen „Keine Sorge, das Virus sind Sie bald wieder los.“ Denn dank des medizinischen Fortschritts sind Hepatitis-C-Erkrankungen nicht nur heilbar geworden. Die neuen Medikamente sind außerdem auch verträglicher als ihre Vorgänger und heilen Hepatitis C bereits beim ersten Versuch in über 95 Prozent der Fälle.

Diese positive Entwicklung ist unter anderem auch den in Deutschland ansässigen Forschenden zu verdanken – wie beispielsweise den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung e. V. Sie arbeiten auf Hochtouren, um die Prävention und Therapie der viralen Hepatitis zu verbessern.

„Seit einigen Jahren kann die Hepatitis-C-Infektion, für die es nach wie vor keine Impfung gibt, durch neuartige Virostatika (Direct Acting Antivirals, DAA) mit hoher Erfolgsquote und geringen Nebenwirkungen geheilt werden.“, berichtet die DZIF. Die individualisierte Therapie von schwer behandelbaren Patientinnen und Patienten bleibe aber eine große Herausforderung. Außerdem gelte es, die steigenden Zahlen akuter Hepatitis A- und E-Fälle zu senken.

„Erst, als neue Medikamente auf den Markt kamen, hatte meine Therapie Erfolg“, teilt uns Ursula M. mit. Sie selbst trug jahrelang eine chronische Hepatitis in sich. Die Dauer der Krankheit hat Spuren hinterlassen, doch das Virus und die akute Erkrankung sind besiegt. Durch regelmäßige Blutuntersuchungen und Leber-Ultraschallkontrollen ist Ursula nun stets im Bilde über den Gesundheitszustand ihrer Leber. Für die neuen Behandlungsansätze, die modernen Medikamente und ihre Heilung ist sie sehr dankbar.

Welt-Hepatitis-Tag zur globalen Aufklärung und Eindämmung der Infektionen

Von den weltweit rund 325 Millionen Betroffenen mit chronischer Hepatitis B und C (nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation), leben mehrere hunderttausend auch in Deutschland. Ebenso wie Personen mit einer Neuinfektion werden sie hierzulande von einem verlässlichen medizinischen Netz aufgefangen. Rechtzeitige Diagnosen und moderne medikamentöse Therapien können Schlimmeres oft verhindern. Der jährliche Welt-Hepatitis Tag am 28. Juli macht auf die möglichen Hepatitis-Krankheitsbilder aufmerksam und legt potentiell Betroffenen weitere Vorgehensweisen nahe. Wer seine Behandlung frühzeitig in die Wege leitet, kann nicht nur die eigene Heilung beschleunigen, sondern auch folgenschwere Neuinfektionen bei anderen verhindern. Denn Hepatitis B und C können unter anderem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Deutschland verfolgt die Hepatitis-Bekämpfung konsequent

Bis zum Jahr 2030 wollen die WHO und die Bundesregierung chronische Hepatitis-Infektionen der Art B und C stark eindämmen oder gar eliminieren. Dieses Ziel verfolgen sie im Zuge der sogenannten „BIS2030-Strategie“.

Wir sagen Danke für dieses besondere Engagement! Kennen auch Sie jemanden, dem Sie Danke sagen möchten? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de