Hebammen - Begleiterinnen in ein neues Leben

16 Jun
Intro image

Auf diesen Moment hatten Steffi und Martin neun Monate hingefiebert: Die Geburt ihres ersten Kindes. Steffi blieb mit dem kleinen Karl nach einer anstrengenden Geburt, die sich über 23 Stunden gezogen hatte, noch einige Tage im Krankenhaus. Beide Eltern waren sehr dankbar für jede Hilfestellung beim Wickeln, Stillen oder Umziehen ihres Sohnes.

Als sich Mutter und Kind gut von der Geburt erholt hatten, so dass Hebammen und Ärzte zufrieden waren, ging es für die Drei nach Hause. Aufgeregt verließ die kleine Familie die Klinik; es fühlte sich fast unwirklich an: Die erste Heimfahrt zu dritt. Martin schloss die Wohnungstür auf, stellte die Babyschale mit dem schlafenden Karl auf den Boden, schaute Steffi an und beide mussten über die Situation ein wenig schmunzeln.

Nun waren sie zum ersten Mal ganz auf sich allein gestellt. Zwar würden sie bald Besuch von ihren Familien bekommen, aber da diese einige hundert Kilometer entfernt wohnten, war an eine dauerhafte Unterstützung nicht zu denken. Und Kontakt zu Neugeborenen hatten die „Omas und Opas” ja auch lange nicht gehabt. Natürlich waren Steffi und Martin gemeinsam im Geburtsvorbereitungskurs. Aber nun, da dieser kleine, noch so zerbrechliche Mensch dort lag, war beiden doch etwas mulmig zumute. Was, wenn er weint? Wenn er Schmerzen hat? Fasse ich ihn so richtig an? Sitzt die Windel gut? Wie funktioniert das eigentlich mit dem Baden und was sind das für merkwürdige Punkte in seinem Gesicht?

Fragen über Fragen. Und eine Lösung: Die Nachsorgehebamme. Martin hatte ihr noch am Tag der Geburt Bescheid gegeben, dass Karl nun da war. Und am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus kam Karin sofort vorbei. Sie schaute nach Steffi, fragte, wie sie sich körperlich und psychisch fühlte, gab ihr eine Salbe für die wunden Brustwarzen, wog den kleinen Karl und erklärte den jungen Eltern, dass der Hautausschlag im Gesicht kein Grund zur Beunruhigung war.

Und auch in den folgenden Tagen und Wochen stand Hebamme Karin den Eltern mit Rat und Tat zur Seite, bestärkte und begleitete die Familie auf dem Weg in ihr neues Leben zu Dritt. Wenn Karl z.B. wegen Bauchschmerzen nicht zur Ruhe kam, konnten sie sie zu jeder Uhrzeit kontaktieren. Zum Glück war dies nicht oft notwendig, aber allein der Gedanke, dass jemand da war, auf den man immer zurückgreifen konnte - und zwar die gesamte Stillzeit über - war alleine schon beruhigend und half der kleinen Familie, in die neuen Aufgaben hineinzuwachsen und sich selbst neu orientieren.

So wie Steffi und Martin geht es den meisten frischgebackenen Eltern in Deutschland. Viele haben vorher wenig Kontakt zu Babys gehabt und sind zu Beginn unsicher im Umgang mit ihrem Schützling. Wie wichtig Hebammen gerade in den ersten Wochen nach der Geburt für die Gesundheit von Mutter und Kind sind, zeigt das Beispiel von Steffi und Martin. In den USA gibt es zum Beispiel keine Nachsorge im Wochenbett und die beiden wären mit ihren Fragen allein geblieben.

Für diese unersetzliche und vertrauensvolle Arbeit sagen wir: Danke. Machen auch Sie mit und danken Sie ihrer Hebamme auf www.dankesagen.de.

 

Bild: Fotolia 142639393#