Gesund ins Leben: Wie ernähre ich mein Kind richtig?

02 Oct
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Was kann ich in der Schwangerschaft und in der Stillzeit essen und trinken? Eine Frage, die sich viele werdende Mütter stellen und auf die sie häufig unterschiedliche Antworten erhalten. Das Netzwerk "Gesund ins Leben" am Bundeszentrum für Ernährung will das ändern und hat Handlungsempfehlungen mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen entwickelt.

Anlässlich der Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober 2020 möchte die Private Krankenversicherung auf die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung und des Stillens für die Gesundheit von Mutter und Kind hinweisen. Worauf werdende und junge Eltern achten sollten, haben wir Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben, gefragt.

Mütter stellen früh die Weichen für die Gesundheit ihres Kindes

Viele Kinder in Deutschland sind zu dick. Auch Allergien bei Babys sind nicht selten. Wer diesen Trend umkehren wolle, müsse sehr früh ansetzen, stellt Maria Flothkötter gleich zu Beginn unseres Gesprächs klar. Und zwar bestenfalls bereits im Mutterleib und während der Stillzeit. „Fast 800.000 Geburten im Jahr bieten 800.000 Chancen durch die richtige Ernährung für die Gesundheit von diesen Kindern zu sorgen. Ziel des Netzwerks Gesund ins Leben ist, jungen Familien Wissen und Kompetenzen zu den Themen ausgewogene Ernährung und Bewegung zu vermitteln und sie zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren", erklärt Maria Flothkötter.

Einheitliche Empfehlungen für Schwangere und Eltern

Wenn Hebamme, Gynäkologe und Kinderarzt unterschiedliche Empfehlungen geben, wissen Schwangeren und Mütter oft nicht, wem sie glauben sollen. „Durch das Zusammenbringen der unterschiedlichen Akteure im Gesundheitswesen, konnten einheitliche Empfehlungen zu Ernährung und Lebensstil vor, in und nach der Schwangerschaft erarbeitet werden", freut sich Maria Flothkötter. Die Empfehlungen des Netzwerks umfassen das Gewicht vor und die Gewichtsentwicklung der Mutter in der Schwangerschaft, die Nährstoffbedarf sowie die Ernährung. Weiterhin werden Empfehlungen zu Supplementen wie Folsäure, Jod und Eisen, zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen, körperlicher Aktivität vor und in der Schwangerschaft sowie zu Alkohol, Rauchen, Koffein und den Umgang mit Arzneimitteln, Zahngesundheit und Impfen gegeben.

„Da Vorsorgeuntersuchung auch von sozialbenachteiligten Familien sehr gut besucht werden, versuchen wir in diesem Rahmen die Familien zu erreichen. Indem wir Fortbildungen für Arzte und deren Personal anbieten, aber auch indem wir unsere Empfehlungen als Aufkleber auf dem Mutterpass oder im Kinderuntersuchungsheft präsentieren.“, fasst Maria Flothkötter zusammen.

Fortbildungen von Gesund ins Leben

Gesund ins Leben bietet Fortbildungen für Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Migrantenverbände an, um die erarbeiteten Handlungsempfehlung über die Multiplikatoren an die Familien weiterzugeben. Angestrebt wird z.B., dass Arztpraxen über das Stillen informieren und Mütter mit Stillproblemen an Stillberater vermitteln.

„Neben Fortbildungen kommunizieren wir unsere Botschaften auch über unsere Website, Flyer und durch Aufkleber auf Mutterpässen. Die wichtigsten Botschaften werden plakativ und niedrigschwellig aufbereitet, damit die Informationen auch bei jungen Familien mit Migrationshintergrund oder geringerer Bildung ankommen. Bei den Eltern kommt es gut an, dass die Appelle der Aufkleber aus der Perspektive des Kindes formuliert sind, z.B. Tu uns etwas Gutes: Iss reichlich Gemüse und Obst, Vollkorn- und Milchprodukte," beschreibt Maria Flothkötter den Kommunikationsansatz von Gesund ins Leben.

Handlungsempfehlungen für die ersten 1.000 Tage nach der Empfängnis

„Vielen Frauen ist nicht klar, wie sich der Lebensstil vor und in der Schwangerschaft auf Mutter und Kind auswirkt. Dabei spielen das Ausgangsgewicht der Mutter und die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft eine große Rolle. So sollten normalgewichtige Frauen in der Schwangerschaft etwa 10 bis 16 kg zunehmen.“ unterstreicht Maria Flothkötter. „Mütter werden häufig verunsichert, durch lange Listen an Lebensmitteln, die in der Stillzeit gemieden werden sollen um Blähungen beim Baby zu vermeiden. Dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage, sodass wir als Netzwerk Gesund ins Leben eine ausgewogene Ernährung ohne jegliche Abstriche empfehlen. Nur auf Alkohol sollte auch in der Stillzeit noch verzichtet werden.“

Link für Handlungsempfehlungen

Auf www.gesund-ins-leben.de gibt das Netzwerk Gesund ins Leben des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) weitere praktische Tipps über Ernährung und das Stillen.

Foto: Copyright BLE / www.gesund-ins-leben.de