Ganz schön viel zu tun

30 Jul
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Über 1,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Pflegebereich, Tendenz steigend. Ob ambulant oder stationär: ihre Arbeit ist unersetzlich. Wie sieht der Arbeitsalltag dieser Pflegekräfte aus?

Claudia, Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im dritten Jahr, gibt ihre Erfahrungen gerne weiter. Sie hat nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr in dem Krankenhaus ihrer Stadt absolviert. Der Einblick dort hat sie dazu veranlasst, ihren heutigen Beruf zu ergreifen, denn diese Zeit gab ihr ein gutes Gefühl für die Aufgaben des Pflegepersonals – und die Bestätigung, eine wichtige Arbeit zu machen. Deshalb bewarb sie sich im gleichen Krankenhaus um einen Ausbildungsplatz.

Ein freiwilliges soziales Jahr gibt einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag

Mit jedem Ausbildungsjahr ist ihre Arbeit vielfältiger geworden, neue Aufgabenbereiche und mehr Verantwortung kamen nach und nach dazu. „Anfangs habe ich die Patienten vor allem bei alltäglichen Dingen unterstützt, z.B. bei der Körperpflege oder beim Essen. Jetzt darf ich auch medizinische Tätigkeiten ausführen, beispielsweise Infusionen richten oder Medikamente geben”, so Claudia.

Eine typische Frühschicht im dritten Ausbildungsjahr beginnt um 6:15 Uhr. Claudia ist dann schon in Dienstkleidung auf ihrer Station und bereit zur Übergabe mit ihren Kollegen von der Nachtschicht. Danach geht sie von Zimmer zu Zimmer und schaut, wie es den Patienten geht. Claudia prüft ihren Blutdruck, Puls oder Temperatur. Das macht sie stolz, denn im dritten Ausbildungsjahr darf sie das schon größtenteils alleine und vermerkt alles ganz genau in den Patientenakten. Ab 8 Uhr startet die zweite Runde durch die Zimmer. Claudia unterstützt die Patienten zum Beispiel beim Waschen oder Zähne putzen. Einige sind nach Operationen noch zu schwach, um alleine aufzustehen. Sie brauchen Unterstützung. Das ist manchmal körperlich ganz schön anstrengend für Claudia und für einige Patienten anfangs auch merklich unangenehm. Aber durch freundliche Worte versucht Claudia die Situation aufzulockern und es so für die Patienten leichter zu machen.

Um 10 Uhr beginnt die Visite mit den Stationsärzten. Claudia notiert dabei die Anweisungen für die weitere Behandlung. Anschließend wechselt sie Verbände, legt Infusionen und gibt Medikamente. Manchmal haben Patienten nach der Visite auch noch Fragen zu Dingen, die der Arzt gesagt hat. Die versucht Claudia ihnen dann nach Möglichkeit noch genauer zu erklären. Beim Mittagessen um 12 Uhr ist Claudia mit ihren Kollegen für die Essensausgabe zuständig. Dabei müssen sie auch beachten, welche Patienten z.B. vor einer OP nüchtern bleiben müssen. Einige benötigen auch beim Essen Unterstützung. Claudia setzt sich dann neben die Patienten und hilft beim Zerkleinern der Speisen oder beim Halten des Bestecks. Ab etwa eine Stunde vor Schichtende kümmert sie sich um die Aktualisierung der Patientenakten. Um 14.30 Uhr folgt die Übergabe an die Kolleginnen und Kollegen der Spätschicht, die sie über alle Patienten auf der Station auf den neuesten Stand bringt. Danach lernt Claudia noch etwas für die anstehende Abschlussprüfung und geht dann zeitig schlafen, denn am nächsten Tag um 6.15 Uhr beginnt ihre nächste Frühschicht.

Das Gefühl, anderen Menschen helfen zu können ist die größte Motivation
Die Entscheidung für die Ausbildung hat Claudia keine Minute bereut. Das ist gut so, denn Menschen wie Claudia sind unverzichtbar – auch in Zukunft. Danke, dass es all die helfenden Hände gibt. www.dankesagen.de.

Bildnachweis: dolgachov