Engagement für lebensverkürzend erkrankte Kinder

31 Jul
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In Deutschland gibt es rund 139 ambulante Kinderhospize sowie 17 stationäre Hospize für Kinder und Jugendliche. Die Einrichtungen unterstützen Familien von lebensverkürzend erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Kinderhospizarbeit umfasst die Begleitung und Förderung der betroffenen Familien von der Diagnose bis zur Trauerarbeit. Wir sagen Danke für dieses besondere Engagement!

Michelle Bäcker engagiert sich seit 2019 als Koordinatorin beim ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Köln (AKHD Köln) und sprach mit der compass Pflegeberatung über ihr Engagement: "Als hauptamtliche Koordinatorin habe ich den Erstkontakt zu den Familien, die sich an uns wenden, und schaue dann als Ansprechpartnerin, wo der konkrete, individuelle Unterstützungsbedarf liegt. Außerdem akquiriere ich ehrenamtliche Mitarbeiter und bilde sie mit meinen Kollegen aus."

Insgesamt unterstützen 130 Ehrenamtliche den AKHD Köln, sodass das Hospiz 80 Familien im Kölner Stadtgebiet begleiten kann. Die Koordinierungsstelle wird gemäß § 39a SGB V von den Krankenkassen und Privaten Krankenversicherungen refinanziert. Sie ist aber auch auf Spenden angewiesen.

Aufgaben des Kinder- und Jugendhospizdienst

"Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten die Familien. Das kann Unterstützung für das Kind mit der lebensverkürzenden Erkrankung sein, damit die Eltern ausreichend Zeit mit den Geschwistern verbringen können oder mal Zeit für sich haben. Wir begleiten aber auch die gesunden Geschwister, wenn die Familien das wünschen, damit diese z. B. zum Sport gehen können oder vom Kindergarten abgeholt werden oder dergleichen.", beschreibt Michelle ihre Arbeit.

Außerdem bietet der AKHD Köln für Familien jeden Monat ein Elternfrühstück an, damit betroffene Eltern sich kennen lernen und austauschen können, z. B. über pflegerische Entlastungsmöglichkeiten. Deutschlandweite Begegnungsangebote organisiert der Deutsche Kinderhospizverein e.V.

Gibt es Grenzen?

Aber auch der Kinderhospizdienst hat seine Grenzen, wie Michelle beschreibt: "Die meisten Familien wünschen sich eine Begleitung für ca. 2-3 Stunden in der Woche und das können wir leisten. Wir - die Koordinierungsstelle und die Ehrenamtlichen - sind ebenso in Ausnahmesituationen da und erreichbar und versuchen, bestmöglich zu unterstützen. Wir sind allerdings kein Pflegedienst und können keine therapeutischen Maßnahmen übernehmen. Wenn die Eltern dazu Gesprächsbedarf haben, können wir "nur" versuchen zu vermitteln oder zu helfen."

Wie Du Dich bewerben könntest

"Wir freuen uns immer über mehr ehrenamtlichen Zuspruch. Wer sich bei uns engagieren möchte, ist herzlich willkommen, davon leben wir. Für die aktive Unterstützung braucht es keine Erfahrung", berichtet Michelle. Im AKHD Köln engagieren sich viele unterschiedliche Berufsgruppen. Durch den qualifizierenden Vorbereitungskurs werden alle ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter auf den nötigen Kenntnisstand gebracht und vom Kinderhospizdienst auf die Tätigkeit vorbereitet. Darüber hinaus bieten sie einmal im Monat Praxisbegleitungen für ihre Ehrenamtlichen an. Informieren kannst Du Dich auf ihrer Webseite www.akhd-koeln.de und im compass-Artikel.

Hier findest Du Informationen über die compass-Pflegeberatung.

Kennst auch Du jemanden im Gesundheitswesen, dem Du Danke sagen möchtest? Schreib uns seine bzw. ihre Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de.