Ein Hoch auf die Eltern am Herd

16 Aug
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Damit Erwachsene und Kinder schon im Supermarkt vor gesünderen Auswahlmöglichkeiten stehen, setzt sich die Bundesregierung in Form der nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für weniger Salz, Fett und Zucker in industriell gefertigten Gerichten ein.

Hochverarbeitete Fertigprodukte stehen aktuell im Visier der Bundesregierung. Da sie maßgeblich mitverantwortlich für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit und Diabetes mellitus des Typs 2 sind, nimmt sich die Bundesregierung der Problematik nun verstärkt an. Ganz vorn mit dabei: Julia Klöckner. Die CDU-Politikerin ist seit dem 14. März 2018 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Merkel IV. Vergangenes Jahr hat sie die sogenannte „Reduktionsstrategie“ initiiert mit dem Ziel das Ernährungsverhalten der Bevölkerung zu ändern. Ansatzpunkt ist hierbei nicht nur das Konsumverhalten und die Ernährung der Bürger*innen, auch die Akteure der Lebensmittelindustrie werden dazu angehalten Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten zu reduzieren.

In der Pressemitteilung Nr. 42 vom 11.02.2019 heißt es dazu: „Die von den Verbänden der Lebensmittelwirtschaft mit ihren Mitgliedsunternehmen getroffenen Zielvereinbarungen werden in den einzelnen Branchen nun schrittweise umgesetzt. Das eingesetzte Begleitgremium besteht aus Vertreter*innen der Bundesregierung, der Bundesländer sowie der Verbände aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Lebensmittelwirtschaft, Verbraucherschutz und Wissenschaft und wird mindestens einmal jährlich zusammentreten.“ – Die Grundlagen für eine Implementierung in den Alltag sind also gegeben. Nun gilt es abzuwarten, bis die ersten Resultate buchstäblich auf den Tisch kommen.

Großer Dank gilt den bemühten Eltern am heimischen Herd

In Deutschland widmen sich zahlreiche Institutionen dem Wohl und der Ernährung der Bevölkerung. Sprachrohr derer ist unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). In ihrer Arbeit widmen sie sich auch den Jüngsten unserer Gesellschaft. Auf ihrer Homepage richten sie ihr Wort daher an die Eltern: „Übergewicht betrifft viele Kinder und Jugendliche. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Es ist wichtig, dass Sie wissen, wie Übergewicht entstehen kann.“ Den Eltern kommt also eine große Verantwortung zu, wenn es um eine ausgewogene Ernährung der Kinder geht.

Von vielseitigen Recherchen, bedachten Einkäufen und empfohlener Zubereitung zu Hause, bis hin zu Absprachen mit Ärzten und Ernährungswissenschaftlern, nehmen Eltern viel Arbeit auf sich. Denn mitunter müssen diese nicht nur eine reichhaltige und ausgewogene Ernährung bieten, sondern auch auf Intoleranzen und Allergien der Kinder eingehen. Ganz im Sinne der „Danke sagen“-Initiative gilt allen bemühten Eltern großer Dank.

Tipps zur Ernährung: Wie ernähre ich mich und mein Kind richtig?

Im Internet wimmelt es geradezu von elterlichen Hilfegesuchen und gut gemeinten Ratschlägen zum Thema Ernährung. Foren-Beiträge wie der Untenstehende finden sich zu Haufe: 

„Ich habe damals in der Schule noch die Formel Größe in cm minus 100 = Normalgewicht und Normal Gewicht-10% = Idealgewicht [gelernt]. So, nun geht es aber ja um ein Kind. Ist der Body-Mass-Index (BMI) als Vorlage noch geeignet oder schon wieder veraltet? Oder schaut man nur wie das Kind aussieht und urteilt nach grober Einschätzung? Woran genau macht man das jetzt fest? Meine Tochter ist sieben Jahre alt und ich war Anfang des Jahres mit ihr bei der ärztlichen Ernährungsberatung. Da wurde mir schon nur bei Nennung der Alters und der Gewichtes am Telefon gesagt sie hätte mehr als 5 Kilo zu viel. Mittlerweile wiegt meine Tochter 30,5 kg bei einer Körpergröße von 130 cm.“ — Kommentare wie dieser lösen nicht selten Antwort-Lawinen aus. Während bekannter Weise nicht jede Rückmeldung in Foren für Ernährung Gold wert ist, so helfen vereinzelte Antworten doch durchaus weiter.

Hat Ihr Kind Übergewicht?

Wenn auch Sie sich mit dieser Frage auseinandersetzen, hilft Ihr Kinderarzt gerne weiter. Mit Hilfe der sogenannten Perzentilkurve errechnet dieser, ob das Kind bereits übergewichtig ist oder nicht. Grundlage der Berechnungen stellen die Größe, das Alter sowie das Gewicht dar. Eine aufmerksame Fürsorge und das Befolgen ärztlichen Rates (z.B. im Hinblick auf die Ernährung) können gefährliches Übergewicht oft im Zaum halten. Neben Bewegung, Schlaf und Pausen sowie kontrolliertem Medienkonsum, ist die Ernährung eine der bedeutenden Säulen hinsichtlich kindlichen Normalgewichts, so die BZgA. Sie führt weiter aus: "Das Ernährungs- und Bewegungsverhalten, der Umgang mit Medien oder mit Stress werden erlernt. Kinder lernen am besten am Modell. Sie ahmen Eltern und Bezugspersonen nach. Deshalb: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran."

Gesündere Auswahl schon im Supermarkt

Damit Erwachsene und Kinder aber schon im Supermarkt vor gesünderen Auswahlmöglichkeiten stehen, setzt sich die Bundesregierung in Form der nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für weniger Salz, Fett und Zucker in industriell gefertigten Gerichten ein. Die Strategie wird bis zum Jahr 2025 durch ein Monitoring überwacht. Die erste Überprüfung soll bereits diesen Herbst stattfinden. In der Pressemitteilung vom 11.02.2019 werden mit Blick auf die Ernährung der Kinder konkrete Maßnahmen festgehalten: „[…] Das heißt, dass neben der Reduzierung von Zucker um mindestens 20 Prozent in Frühstückscerealien für Kinder, auch in Erfrischungsgetränken und Kinderjoghurts mindestens 15 bzw. 10 Prozent weniger Zucker enthalten sein dürfen. Außerdem wurden eine Vereinbarung mit dem Bäckerhandwerk zur Reduktion von Salzspitzen im Brot und eine Selbstverpflichtung zur Salzreduktion in Fertigpizzen getroffen.“ Kenntnisse zur Reduzierung von Zucker, Fetten und Salz bei der Ernährung sollen zudem auch in der Aus- und Fortbildung im Lebensmittelhandwerk fest verankert sein, betont die Bundesregierung in der Pressemitteilung.

Kennen auch Sie jemanden, dem Sie Danke sagen möchten? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte an: dankesagen(at)pkv(dot)de