Beratung für Familien mit pflegebedürftigen Kindern

10 Jul
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Rund 160.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland pflegebedürftig. Fast alle von ihnen leben zu Hause. Ihre Versorgung sicherzustellen und zugleich die gesetzlichen Regelungen einzuhalten, stellt viele Familien vor eine Herausforderung. Die Pflegeberater*innen von compass private pflegeberatung helfen ihnen dabei, die Pflegesituation zu organisieren.

Denn die Pflegebedürftigkeit von Kindern wird grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie bei Erwachsenen festgestellt, aber ein paar Besonderheiten bei der Einstufung in Pflegegrade gibt es dennoch.

Telefon statt Hausbesuch: Die Corona-Pandemie hat die Arbeit vieler Pflegebrater*innen verändert. Bis zum 30.09.2020 finden alle Begutachtungen für einen Pflegegrad telefonisch statt. Die Einstufung in einen Pflegegrad richtet sich danach, wie selbstständig ein Mensch ist und was er ohne Hilfe kann. Bei pflegebedürftigen Kindern wird außerdem beurteilt, wie die durchschnittlichen altersentsprechenden Fähigkeiten eines Kindes ohne Beeinträchtigungen wären.

Besonderheiten bei der Einstufung und Pflegeberatung von Kindern

Eine wahre Expertin auf dem Gebiet der Pflegeberatung für pflegebedürftige Kinder ist Tanja Steiner. Seit Jahren ist sie als Pflegeberaterin im Einsatz, vor Corona gerne bei den Pflegebedürftigen zu Hause, heute notgedrungen am Telefon. In der Pflege und Beratung bei pflegebedürftigen Kinder fokussieren sich die Berater*innen auf die Zukunft. Es geht darum, ihnen ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen. Die Pflegeberatung ist je nach Krankheitsbild sehr unterschiedlich, aber bestimmte Anliegen der Familien ähneln sich. "Was sich durch alle Beratungen und Altersgruppen zieht, ist, wie man das Kind bestmöglich fördern und möglichst normal aufwachsen lassen kann. Das beschäftigt die Eltern. Interessant ist dann, was ihnen im Hilfesystem zur Verfügung steht und was sie selbst für ihr Kind tun können. Klassische Beratungsanlässe sind dann häufig die Umbruchsphasen, zum Beispiel der Wechsel in den Kindergarten oder die Schule. Familien, deren Säugling pflegebedürftig ist, benötigen oft Unterstützung dabei, wie sie einen Pflegegrad bekommen können.", berichtet compass Pflegeberaterin und Kinderkrankenschwester Tanja Steiner.

Als Pflegeberaterin ist es ihr ganz besonders wichtig, dass sie die pflegebedürftigen Kinder mit einbeziehe – unabhängig vom Alter. Bei einem Säugling setzt sie sich beispielsweise mit auf die Krabbeldecke. "Sobald Kinder Kontakt aufnehmen können, versuche ich immer mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Bei älteren Kindern frage ich direkt, ob sie wissen worum es geht und frage die Eltern, ob die Beratung vorab besprochen wurde. Das finde ich ganz, ganz wichtig." erklärt Tanja Steiner.

Fingerspitzengefühl ist für sie eine der wichtigsten Eigenschaften, nicht nur für Pflegeberater: "Empathie und Sensibilität braucht man in jeder Beratung – egal ob es um Kinder oder um hochbetagte Menschen geht. Wenn ich zum ersten Mal in eine Familie komme, biete ich über Fragen einen offenen Dialog an. An den Antworten merke ich dann sehr schnell, wo die Eltern im Bewältigungs- und Organisationsprozess stehen. Manche Menschen sind dankbar für das Dialogangebot und andere möchten einfach eine klassische Hilfsmittelberatung ohne weiter in die Tiefe zu gehen. Was mir in der Pflegeberatung wichtig ist, ist Eltern mit ihren Sorgen, Ängsten und Nöten immer ernst zu nehmen."

Tatsächlich ist für alle Eltern wichtig zu erfahren, wie sie ihr Kind bestmöglich fördern und möglichst normal aufwachsen lassen können bzw. welche Hilfsmittel ihnen zur Verfügung stehen. Klassische Beratungsanlässe sind häufig die Umbruchsphasen, zum Beispiel der Wechsel in den Kindergarten oder in die Schule. Familien mit pflegebedürftigen Säugling unterstützen wir häufig beim Beantragen von einen Pflegegrad.

Telefonaktion für pflegebedürftige Kinder am 22. Juli 2020

Am 22. Juli 2020 zwischen 16:30 und 18:30 Uhr informieren die Pflegeberater*innen von Compass in einer Telefonaktion speziell zum Thema pflegebedürftige Kinder und Jugendliche. Sie erreichen sie über die kostenfreie Aktionsservicenummer 0800 – 101 88 99.

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