Am Herzschlag der Zeit

13 Dec
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Die modernste Technik des Herzschrittmachers - Die Zahl der operativen Herzschrittmacher-Eingriffe in Deutschland steigt: Während 2004 noch 86.252 Eingriffe verzeichnet wurden, waren es 2016 schon 107.585 Eingriffe.

Immer mehr Herzpatienten profitieren hierbei dabei von medizinischen Innovationen, die den operativen Eingriff sowie das Leben mit Herzschrittmacher sicherer und komfortabler machen. “Insgesamt leben in Deutschland in etwa 500.000 Menschen mit einem Herzschrittmacher. Dank des technischen Fortschrittes entspricht die Lebenserwartung der Menschen mit einem Herzschrittmacher im Grunde der Lebenserwartung der Normalbevölkerung.”, erklärt Prof. Dr. Andreas Markewitz.

Innovation im Operationssaal

Die Spannung im Operationssaal des Katharinen-Hospitals in Unna war Anfang dieses Jahres deutlich spürbar. Zum ersten Mal in Deutschland und erst zum zweiten Mal weltweit wurde dort ein Herzschrittmacher der neuesten Generation implantiert. „Da hat man schon das Gefühl, Innovationen für die Patienten ganz persönlich mit voranbringen zu können“, beschreibt es der Leitende Oberarzt Dr. Andreas Schouwink nach erfolgreicher Operation. Seine Patientin, die aufgrund von Herzrhythmusstörungen behandelt wurde, konnte mit dem neuen Herzschrittmacher bestens versorgt werden.

Nicht nur klein und intelligent, sondern auch MRT-fähig

Der moderne Herzschrittmacher, der das Leben Betroffener erleichtern soll, heißt „MicroPort CRM – Teo“. Er ist weltweit nicht nur der kleinste Herzschrittmacher seiner Art, sondern trumpft auch mit der bisher längsten Laufzeit von 12 Jahren auf. Bei etwa 20 Prozent der Patienten wird nach durchschnittlich neun Jahren das Aggregat ausgetauscht, weil die Batterie des Herzschrittmachers das Ende ihrer Laufzeit erreicht hat. Kleiner als herkömmliche Herzschrittmacher, lässt sich Teo leichter implantieren und ist vor allem für schlanke oder junge Patienten verträglicher. Der neue Herzschrittmacher ist MRT-fähig. Daher müssen Patient*innen trotz des starken Magnetfeldes im Magnetresonanztomographie-Gerät (MRT) keine Überhitzung oder Störung fürchten.

Als „segenreichste Entwicklung der vergangenen Jahre“ auf dem Gebiet erachtet Prof. Dr. Andreas Markewitz, Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V., die „Systeme, die in der Lage sind, die Herzleistung bei Herzmuskelschwäche zu verbessern. Hiermit kann man die Beschwerden von vielen Patienten mit Herzmuskelschwäche deutlich bessern.”

Nächster Schritt: Kabellos und ohne Batterien

Bisher wird die Energieversorgung sämtlicher Herzschrittmacher über eine Lithium-Iod-Batterie oder über eine Lithium-Kohlenstoffmonofluorid-Batterie sichergestellt. Um diese Batterie auszuwechseln, wird bei herkömmlichen Herzschrittmachern nach wenigen Jahren ein weiterer operativer Eingriff nötig. Daher arbeiten internationale Forscher*innen an einem Herzschrittmacher, der seine Stromversorgung aus der Bewegung des Herzens gewinnt.

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